Allan Bachmann

Composer


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Der Komponist Allan Bachmann beschreibt in diesem Interview, wie er selbst KELiX erlebt hat und wie er die Musik zu KELiX komponiert hat.

Ein Auszug aus dem Interview mit dem Künstler Allan Bachmann, von Thomas Trostmann, 2013.





Thomas:

Guten Tag Allan, erst mal vielen Dank, dass wir dieses Interview mit dir führen dürfen. Wie bist du zu Kelix gekommen? Was gefällt dir an KELiX? Und was hat dich als Künstler dazu bewegt, hier mitzumachen?



Allan:

KELiX hat mich von Anfang an angesprochen. Sowohl von der künstlerischen als auch von der persönlichen Seite her hatte es einen Reiz für mich. Bei so etwas mitzuwirken war auch für mich eine neue Herausforderung, denn musikalisch gesehen, ist es vielseitig. Darum habe ich gesagt, das möchte ich unbedingt machen.



Thomas:

Was ist dir wichtig gewesen, um am Projekt "KELiX" mitzuwirken? Wie bist du denn nun zu diesem KELiX Thema gekommen? Hast du es in dieser Phase intensiv gespielt?



Allan:

Ich habe an einem KELiX Abend mitgemacht. Mir wurde zum ersten Mal bewusst, wie sich die Leute bei diesem „Spiel“ verhalten. Sie sind sehr ruhig, konzentriert und mit sich beschäftigt. Vielleicht traurig oder glücklich, eher in sich gekehrt; es bricht nicht aus einem heraus.
Es gibt Musik die ausbricht, hier wusste ich aber es gibt keine Explosion, es muss „drinnen“ bleiben. So wie das Lern-Experiment auch in der KELiX Box drin ist. Das war ein Punkt den man musikalisch wahrnehmen und hören muss. Dann wollte ich etwas komponieren, das einem Spielenden nützt, so eine Art Förderband, mit dem man noch weiter und tiefer kommt. In der Musik ist das für mich in einer speziellen Abfolge, wie beispielsweise von Dur- und Moll-Akkorden, das nutze ich um abschalten zu können. Genau eine solche Ruhe wollte ich für KELiX-Spielende erschaffen.



Thomas:

Unter dem Begriff „Ruhe“ verstehst du auch das Fördernde, bzw. Inspirierende? D.h. das Lied das im Hintergrund ertönt sollen seine/ihre Gedanken die im Moment im Kopf sind weiter tragen und sowohl störend als auch wohltuend sein?



Allan:

Genau! Das ist eben wichtig, es bricht nicht aus dem Spielenden aus, sondern ist gewissermassen gefangen in diesem Experiment, bzw. von diesen 6 Elementen.



Thomas:

Dein Lied wird ja ein Teil der iOS App sein. Bist du gespannt, wie die Leute darauf reagieren werden?



Allan:

Ich werde KELiX vor allem selbst auf dem iPad nutzen. Ich hoffe auch, dass die Leute durch die Musik inspiriert sind, KELiX in ihrem Leben zu nutzen.



Thomas:

Zurück zum KELiX Abend und deinen Überlegungen, von damals. Ich bin kein Musiker, mich würde deshalb interessieren was du an diesem Abend gedacht, gefühlt oder gehört hast.



Allan:

Ich wusste es einfach. Ich habe einfach wahrgenommen, wie wirkt KELiX, was geschieht mit mir, mit den Leuten. Ich habe schnell gemerkt, dass es allen ähnlich geht. Man darf sich nicht in eine Burg setzen und meinen, dass etwas geschieht, man muss offen bleiben. Dieses spezielle Gefühl habe ich behalten und das hat mir dann beim Komponieren geholfen. Ich setze mich dann vors Klavier und fange an zu spielen. Dann merke ich ob etwas passt oder nicht. Ich spiele, ich höre und wie ein Puzzle, setze ich dann alles zusammen bis es passt. Mit meinem Partner Andy Hess, der die Gitarre spielt, habe ich schnell gemerkt, dass Dur alleine nicht genügend aussagt. Moll-Akkorde werden als viel tiefer gehend empfunden und somit sind sie wie das KELiX Lern-Experiment. Eines Tages dann habe ich mit einem C-Moll Akkord begonnen und dann wusste ich, das ist die Stimmung die ich beibehalten will. Dann hat es relativ schnell die heutige Form angenommen.



Thomas:

Kannst du mir noch erklären, warum so etwas wie - ich nenne es jetzt halt - "Dissonanzen" von der Gitarre gibt? Was war dort die Überlegung? Das könnte ja etwas störend wirken?



Allan:

Das ist keine musikalische Dissonanz, es wird vielleicht vom Gehör so wahrgenommen. Es ist ein Teil einer anderen Tonleiter, die hier mitmischt. Genau den Punkt finde ich wunderschön. Es widerspiegelt das Spiel, das Experimentelle, denn dann kommt die Gitarre und du hörst das…



Thomas:

Ist es so wie der Wurf des Würfels?



Allan:

Nein, es ist nicht der Würfel-Gedanke. Wenn man im „Spiel“ drin ist, nutzt man das Ganze mit dem Störfaktor, dem Förderband (Anm. Redaktion), man blättert durch die Karten, man liest, man denkt, „was berührt mich jetzt am Meisten?“ Genau dort muss man weiter graben und das ist was die Gitarre aussagt.
Ich habe mir überlegt, wann in welchen Augenblick hört man diesem Lied zu. Dieses Lied hörst du, wenn du dich mit dir selbst beschäftigst, bis ins Tiefste. Und das ist für mich auch eine Art von Meditation, das sollte dann auch der Soundtrack widerspiegeln.



Thomas:

Gibt es noch etwas, wo du meinst, das wäre wichtig zu erwähnen?



Allan:

Ja klar! Mein neues Album kommt Ende Mai. Der Albumtitel heisst"Leistigsdruck". Ich mache ein wenig Schleichwerbung für mich (schmunzelt).
Allen, die Kelix kennen oder kennenlernen möchten, sag ich: „Macht das, es ist eine Supersache“.



Thomas:

Vielen Dank für das Gespräch.