Jenseits von Leadership – die Arbeit im Inneren

Leaders könnten Leute sein, welche die kühnsten Träume wahr werden lassen. Aber wo sind sie? Die Leaders, die daran arbeiten, die Träume von John Lennon in seinem Lied „Imagine“ zu verwirklichen.

Träumen ohne zu handeln, lässt uns dort bleiben, wo wir sind. In einer Welt, in der diejenigen, welche die Sprache der Macht benützen die Kontrolle haben. Zumindest scheint das so.

Menschen, welche Aussergewöhnliches vollbringen, sind beinahe verpflichtet mit denen, welche die Macht besitzen zu kommunizieren. Dazu müssen sie die Regeln der Machtspiele kennen. Ansonsten werden sie nicht ernst genommen.

Um erfolgreich zu sein oder auch ganz einfach, um zu überleben lernten wir, dass wir immer besser, immer stärker, schneller, klüger, mächtiger und fitter werden müssen. Und während wir danach streben, glauben wir auch, dass wir damit gesund bleiben. Gesund, nicht gesünder. Denn bezüglich Gesundheit ist jeder Vergleich unnötig. Eine sanfte Erinnerung der Natur, dass es auch eine Welt ohne Vergleiche geben kann.

So lange wir gesund sind, nehmen wir das als selbstverständlich hin. Ausser in einigen nachdenklichen Momenten, wenn wir dafür dankbar sind. Aber die meiste Zeit vergessen wir, wie kostbar die Gesundheit ist. Einzig, wenn wir ernsthaft krank werden, wird uns deren einzigartiger Wert völlig bewusst. Besonders dann, wenn gesund werden ein äusserst anspruchsvoller Prozess wird.

Solange wir gesund sind, unterschätzen wir oft auch die Arbeit, die es braucht, um gesund zu bleiben. All unsere Aufgaben verhindern oft, dass wir spezielle Aufmerksamkeit dem gesund bleiben widmen Und zwar sowohl körperlich, geistig und spirituell. Diese Vernachlässigung unserer eigenen Gesundheit läuft dann auch parallel zur Vernachlässigung der nötigen Aufmerksamkeit der Pflege unserer Beziehungen, der Gesunderhaltung der Bereiche, für die wir Verantwortung tragen und gegenüber den Gemeinschaften, denen wir angehören.

Grossartige Leader fokussiern auf das Aussen. Nicht auf sich selber. Das gilt sogar für narzisstische Leaders. Sie alle sind besonders begabt, andere zu aussergewöhnlichen Leistungen zu führen. Sie bringen auch die anspruchsvollsten Projekte zu einem erfolgreichen Resultat. Sie gewinnen die Akzeptanz von grossen Mehrheiten und manchmal gelingt es ihnen gar, mit bewundernden und anerkennenden Einträgen in die Geschichtsbücher aufgenommen zu werden.

Wir loben wirkliche Leaders für ihre Kühnheit, ihre Tapferkeit, ihre visionäre Kraft, ihre persönliche Integrität. Sie sind für uns höchst inspirierend und haben die Fähigkeit, uns zu ermutigen. Begleitet aber unser Lob auch unsere Liebe zu ihnen? Vielleicht eine komische Frage. Doch Liebe allein scheint nicht zu genügen, um Leaders wirklich erfolgreich zu machen. Allzu oft sind Leaders auf Respekt, wenn nicht gar Furcht angewiesen.

Kein Wunder, dass auch lernbereite Leaders, die sich persönlich weiter entwickeln wollen, sich bewusst oder unterbewusst auf „äussere“ Dinge konzentrieren: wie kann ich noch überzeugender wirken, was muss ich tun, um glaub- und vertrauenswürdig zu sein? Wie werde ich wirklich einflussreich? Wie übe ich meine Macht sorgfältig und verantwortungsvoll aus?

Wenn sie ein Leader sind, der überhaupt Zeit findet, sich solchen Fragen zu stellen, gehören sie wahrscheinlich zu einer Minderheit von Frauen und Männern. Eher als ständig von einer Sitzung zur anderen zu rennen. Oder schlimmer noch, von Krise zu Krise. Eher als ständig an ihrem Handy erreichbar zu sein, sogar in ihrer „freien“ Zeit. Für alle die, welche von ihren fast unmenschlich dichten Agenden völlig absorbiert werden, ist der Vorschlag, den ich hier machen werde, so weit weg, dass er wahrscheinlich kaum auch nur die kleinste Chance hat, beachtet zu werden.

C.G. Jung sagte einmal: „Wer nach aussen schaut – träumt. Wer nach innen schaut – erwacht.“ Nun denn, wer sind die wirklichen Träumer und wer sind diejenigen, welche Träume wahr werden lassen?

Noch ein paar Worte zur Macht. Macht ist wichtig. Ohne Macht wäre das Ueberleben nicht möglich. Wir haben einen ständigen Bedarf nach Macht: körperlich, geistig und auch spirituell. Es braucht Macht, um Debatten zu gewinnen. Und auch Kämpfe aller Arten, Schlachten und in der extremsten Form Kriege. Wir brauchen die Macht unseres Denkens, unserer Brains für Forschung und Innovation. Um andere Leute zu überzeugen und sie für die gemeinsamen Ziele zu gewinnen. Wir brauchen Macht um gewöhnliche und vor allem aussergewöhnliche Ziele zu erreichen. Kein Wunder ist die Sprache, die wir fast ständig brauchen die Sprache der Macht. Doch in fast allen Auseinandersetzungen, in denen es um Macht geht, gibt es zwangsläufig Gewinner und Verlierer. Eher selten gibt es weder Gewinner noch Verlierer. Und auch da fühlen sich oft die einen als Gewinner und die anderen als Verlierer.

Wenn wir aber nur die Sprache der Macht kennen und beherrschen, kann uns leicht die Sprache der Liebe verloren gehen. Die Sprache, die wir brauchen, um unsere Liebe auszudrücken. Doch mehr als das, sie ist wahrscheinlich nötig, um all die Probleme zu lösen, die ihre Lösung nur durch und in der Liebe finden. Indem wir die Sprache der Liebe pflegen. Sie ist nötig, um Frieden zu stiften und zu machen, um wirklich zusammenzuarbeiten, um win-win Lösungen zu finden und um Lösungen für scheinbar unlösbare Probleme zu erzielen. Lösungen, die mit der Sprache der Macht überhaupt nicht gefunden werden. All die Probleme, vor deren Lösung die Menschheit zurückscheut. Sie einfach verdrängt.

Deshalb, mein dringender Appell an alle Leaders dieser Welt: beginnt nach innen zu schauen. Fragt euch immer wieder, vielleicht sogar als tägliche Übung: wann benützte ich die Sprache der Liebe? Sollten sie dabei herausfinden, dass dieses nicht vorkam:

Hören sie meinen Aufruf: Lasst uns die Sprache der Liebe lernen!

One Comment

  1. Dies ist möglicherweise der Beginn einer Revolution in der Geistesgeschichte der Menschheit!
    Die Möglichkeiten dadurch werden unter Umständen grenzenlos sein, wie die Ressource Liebe als Einzige dies sein kann.

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